Methode
Wie ungleich sich Eingriffe auf die Kliniken verteilen
Eine Zahl, die in fast jeder Auswertung überrascht: Wie wenige Häuser einen großen Teil eines Eingriffs stemmen. Die Qualitätsberichte 2024 der urologischen Fachabteilungen zeigen das deutlich.
Die Verteilung in der Urologie
| Eingriff | Kliniken | Anteil der oberen 10 % |
|---|---|---|
| Radikale Prostatektomie | 326 | 42 % |
| Enukleation der Prostata | 187 | 38 % |
| Roboterassistierte Eingriffe | 224 | 32 % |
| Radikale Zystektomie | 301 | 28 % |
| Blasentumorresektion (TUR-B) | 440 | 23 % |
Quelle: Qualitätsberichte 2024, urologische Fachabteilungen, eigene Auswertung. Prozedurenzahlen, Untergrenzen.
Bei der Prostatektomie machen die 32 größten Kliniken 13.915 Eingriffe, im Median 379 je Haus. Die 163 kleinsten machen zusammen 4.659, im Median 26. Bei der Zystektomie führen 83 von 301 Häusern weniger als zehn Eingriffe im Jahr durch, also seltener als einmal im Monat.
Warum das für Entscheidungen zählt
Für den Vertrieb heißt es: Die Hälfte des Marktes sitzt in einer überschaubaren Zahl von Häusern. Wer die kennt, spart Besuche.
Für Kliniken heißt es: Bei Eingriffen mit hoher Konzentration ist die Frage, ob man zu den Zentren gehört oder zu den Gelegenheitsanbietern. Die Krankenhausreform mit Leistungsgruppen und die Mindestmengenregelungen des G-BA verschärfen diese Frage. Wer heute 20 Zystektomien im Jahr macht, sollte wissen, wie viele Häuser im Umkreis 80 machen.
Für Verbände und Politik heißt es: Konzentration ist messbar, und zwar je Eingriff unterschiedlich. Ein Argument, das mit Zahlen aus öffentlichen Quellen geführt werden kann.
Solche Verteilungen lassen sich für jeden Eingriff und jede Fachrichtung rechnen. Das Paket dazu: Verfahrensreport.

Veröffentlicht am 20. August 2026.